
Das war sie also, die autorisierte Steve Jobs Biografie von Walter Isaacson. Und es hat sich tatsächlich gelohnt, die mehr als 600 Seiten zu lesen. Sofern man sich für das Thema Apple und Steve Jobs ein wenig interessiert.
Es handelt sich um die vermutlich umfassendste Darstellung von Steve Jobs Leben und wohl auch der Geschichte von Apple. Steve Jobs‘ Elternhaus, Schul‑ und Studienzeit, seine Indienreise, Apple-Gründung und Macintosh-Entwicklung, sein Apple-Rausschmiss, NeXT, Pixar, seine Rückkehr zu Apple und die damit einhergehende Umstrukturierung und letztendlich sein Familienleben und seine Krankheitsgeschichte – das Themenspektrum ist weit gefasst.
Dabei wird man nicht nur mit langweiligen Lebensläufen beglückt, sondern erhält Einblicke in Jobs‘ Philosophie, seine teils radikalen Überzeugungen und Ansichten, sein Schwarz-weiß-Denken, seine Innovationen, aber auch Fehlschläge. Das gespickt mit einigen Anekdoten macht das Buch zu einer großartigen Inspirationsquelle, die zudem einige Denkanstöße parat hält.
Nicht nur zahlreiche Interviews mit Jobs selbst dienten Isaacson als Quelle für die Biografie, sondern auch Gespräche mit vielen Menschen aus Jobs Umfeld. So wird Jobs nicht hemmungslos ikonisiert, sondern auch seine Ecken und Kanten sowie zweifelhaften Charakterzüge dargestellt.
Nervig ist jedoch, dass Isaacson einige Grundsätze unermüdlich wiederholt. Irgendwann hat doch selbst der unaufmerksamste Leser verstanden, dass Jobs an Einfachheit, die Fokussierung auf wenige wichtige Dinge sowie geschlossene Systeme geglaubt hat. Genauso wie Isaacson dauernd darauf hinweist, dass Jobs zur Adoption freigegeben wurde und sich deswegen so und so verhalten habe. Das bei jeder Möglichkeit zu wiederholen, wäre nicht nötig gewesen.
Zum Glück bekommt Walter Isaacson auf den letzten Seiten noch die Kurve und schließt das Buch gelungen ab, sodass man es mit einem Schmunzeln und gutem Gefühl zur Seite legen kann. Leseempfehlung!