Twitter als RSS-Killer?

Mit Twitter kam wie aus dem Nichts ein Konkurrent für RSS. Auch wenn es sich um zwei völlig unterschiedliche Techniken, mit unterschiedlichen Zielsetzungen handelt, macht Twitter so einigen RSS-Feeds mittlerweile Konkurrenz.
RSS-Feeds sind quasi die neuen Newsletter. In ihnen sammeln sich Neuigkeiten, die der Endnutzer dann über seinen RSS-Reader gebündelt abrufen kann. So ist er stets auf dem Laufenden, weiß wo gerade ein neuer Artikel publiziert wurde und auf welcher Website es gerade etwas Neues gibt.
Twitter hingegen ist mit dem Konzept »Sag mir in 140 Zeichen, was du gerade tust« gestartet. Daraus hat sich dann jedoch ein Informationsnetzwerk entwickelt, das sich nicht nur auf »Ich esse gerade Nudeln«-Nachrichten beschränkt, sondern in dem Benutzer auch Nachrichten wie »Habt ihr schon dies und das auf jener Website gesehen?« zwitschern. Und ganz klar: Twitter ist kurzlebiger, schneller und aktueller als der RSS-Reader, der nur jede halbe Stunde Neuigkeiten ausspuckt.
Mit Twitter erreicht man Leser schneller
Mit der Zeit ist dann auch bei Zeitungsredaktionen angekommen, die doch gerade erst mit Ach und Krach von E-Mail-Newslettern auf RSS-Feeds umgeschaltet haben – aber: mit Twitter erreicht man potenzielle Leser viel schneller. Und gerade bei »Breaking News« kommt es auf Schnelligkeit an. Wenn die Konkurrenz twittert, muss man selbst nachlegen, sonst bleiben wertvolle Klicks und Werbeeinblendungen aus.
Auch viele Blogger verweisen auf ihre neusten Artikel direkt per Twitter. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Artikel mehr Leute erreicht, zum anderen verbreitet er sich auch schneller. So »retweetet« der geneigte Twitterer eher einen Artikel, als dass er ihn per E-Mail aus dem RSS-Feed heraus weiterempfiehlt. Ob diese Handhabe nun ein Segen für Twitter ist, sei dahingestellt.
Das Ende von RSS-Feeds?
Nun sieht’s für die RSS-Feeds erst einmal gar nicht so gut aus – werden die vermeintlich schnelleren Newsletter durch Twitter überflüssig? So krass ist es dann doch nicht, haben RSS-Feeds doch noch einen gewaltigen Vorteil gegenüber Twitter: Struktur. Durch Twitter rauscht der Informationsfluss nur so – was vor zehn Minuten getwittert wurde, ist schon fast wieder vergessen. In RSS-Readern werden dagegen die Neuigkeiten gesammelt und strukturierter dargestellt. So hat man auch am Ende des Tages die Chance, sich zu informieren, was es Neues gibt, ohne Hunderte von Tweets zu durchkämmen.
Bleibt also je nach Informationsquelle zu entscheiden, ob man nun per Twitter verfolgt, oder ob die einzelnen Artikel ein solches Gewicht haben, dass man sie auch noch am nächsten Tag lesen kann oder möchte, und sie folglich im RSS-Reader landen. Oder man abonniert zur Sicherheit beides – bei der Informationsflut, ja dem Informationswahn, kommt es dann auch nicht mehr drauf an. Vielleicht lässt man im Zweifel einfach beides bleiben.
Irgendwie hinkt der Vergleich. Müsste es nicht heißen: „Twitter als Blog-Killer?“
Twitter ist ein Web-Dienst, während Twitter eine Technologie ist, die von Web-Diensten benutzt wird. Ich sehe keinerlei negativen Einfluss von Twitter auf RSS. Der Dienst benutzt die Technologie selber und so habe ich im News-Reader auch einige „Twitter-Feeds“ abonniert.
Vielmehr könnte Twitter die RSS-Technologie unterstützen, indem der Dienst immer populärer wird. Der Durchschnittsinternetnutzer weiß nicht einmal, was RSS ist, geschweige denn bedeutet. Siehe dazu auch „What is a browser?“
Entschuldige, es sollte natürlich heißen: „Twitter ist ein Web-Dienst, während RSS eine Technologie ist…“
Der Durchschnittsmensch weiß auch nicht, was Twitter ist ;-) Okay, es wird durch die Medien mehr gehypt und bekannt gemacht als RSS – trotzdem. Ich habe länger drüber nachgedacht, ob man den Artikel so aufsetzen kann. Sicherlich verfolgen Twitter und RSS ganz andere Ziele, was ich anfangs auch klar machen wollte. Trotzdem verdrängt in vielen Fällen Twitter die RSS-Feeds: Ich followe eher einer Zeitung, als dass ich mich mit völlig überladenen RSS-Feeds rumschlage. Nur ein Beispiel…
Du kannst den Twitter-Feed deiner Zeitung auch per RSS abonnieren. Beide Sachen liegen auf verschiedenen Ebenen.
Das ist als ob man Salz mit einem fertig gebratenen Schnitzel vergleichen würde.
Klar kannst du das, aber was bringt dir das? De facto checken die meisten Leute eher Twitter als ihren RSS-Reader. Und da die meisten Hinweise auf neue Artikel mittlerweile auch auf Twitter raushauen, doppelt sich das nachher im RSS-Reader. Folglich wird der RSS-Feed überflüssig, da du den Input schon einmal hattest.
Dass Twitter eine ernsthafte Gefahr für RSS ist, darauf will ich doch gar nicht hinaus. Sondern eher, das Twitter in einigen Fällen die Aufgabe von RSS-Feeds übernommen hat…
Ich glaube, dass du den Punkt nicht verstehst. Du versuchts Äpfel mit Birnen zu vergleichen und das geht oft schief.
Was anderes wäre, wenn du Twitter und Facebook oder RSS und Atom vergleichen würdest. Dein Vergleich geht aber eher in Richtung: „Durch Transmit als FTP-Killer?“
Wenn du sagst, dass du mit RSS-Feeds im eigentliche Blogs meinst, dann ist es sicher gerechtfertigt, was du sagst. So stehen lassen kann man das aber nicht :-)
;-) Ich glaube, wir haben da ganz andere Denkansätze. Du hast natürlich Recht, wenn du sagst, dass Twitter und RSS sich gar nicht ausschließen können, weil bspw. Twitter RSS nutzt, und es sich um ganz andere Dinge handelt – Technologie und Web-Dienst.
Mit RSS meine ich allerdings nicht Blogs, so wie du es auslegst. Es geht mir wirklich um die Informationsquelle. Nehme ich die Infos aus Twitter oder aus dem RSS-Feed. Dass man Twitter-Streams auch per RSS abonnieren kann – okay, das habe ich nicht berücksichtigt.
Um noch einmal an meine Aussage anzuschließen: Ich benutze sowohl Twitter-Feeds im RSS-Reader, als auch dedizierte Twitter-Clients. Zu den Twitter-Feeds gehören zum Beispiel alle Tweets, die direkt an mich gerichtet sind, oder Tweets mit einem bestimmten Inhalt.
Twitter bzw. Twitter-Clients mache ich an, wenn ich Lust habe abgelenkt zu werden oder auf Informationssuche bin und meistens lese ich dann auch nur die n letzten Tweets. Im RSS-Reader habe ich einen viel besseren Überblick, ob für mich relevante Ereignisse passiert sind.
Nerds bleiben wir trotzdem alle. ;-)
Und mit der deutschen Sprache habe ich es heute auch nicht so richtig.
Naja ich denke nicht das Twitter die RSS Feeds ablösen wird. Dafür hat sich RSS zu stark etabliert um wieder abgeschafft zu werden. Auf jedem Onlineblog ist RSS Standart das muss Twitter erst noch schaffen.
hallo,
ich glaube auch, dass Twitter wohl kaum die herkömmlichen RSS-Feeds ersetzen kann. Der RSS-Reader eines jeden Bloggers ist immer noch die erste Infoquelle, davon gehe ich stark aus. Erstens bleiben dort die Inhalte auch nach Wochen seit Onlinestellung bestehen. Twitter geht mit Nachrichten einfach zu schnell um und dann such diese mal alle zusammen. Und zweitens hätte ich keine Lust Twitter Search zu nutzen, um an Infos zu kommen.
Es ist einfach zu umständlich und den ganzen Tag in Twitter zu sein, können wohl nur die wenigsten. Ich habe derzeit über 200 Blogs in meinem Google-Reader und alles schön systematisch, mehr oder weniger alphabetisch geordnet. Twitter kann sowas längst nicht bieten.
Daher mein Fazit: Nein, Twitter kann den RSS-Feed nicht ersetzen:-)
Grüsse..
RSS hat viel mehr Funktionen. Ich kann Videos einbinden, Bilder einbinden oder MP3’s einbinden. Bei Twitter bin ich an 140 Zeichen gebunden und kann, wenn alles gut läuft, die Überschrift + eine Kurz-Url posten.
Twitter ist mir einfach zu wenig. Ich brauche sofort einen Überblick, ohne erst tausend Links anklicken zu müssen.