Loslassen und Löschen

Schau mal hier, abonnier mich da, folg mir dort. Das soziale Web bringt eine Informations‑ und Datenflut mit sich, die kaum jemand bewältigen kann. Laufend kommen neue Abonnements, Benachrichtigungen und Dienste hinzu – schließlich will man ja nichts verpassen. Und hier blinkts und da ertönt ein Pling: Wieder neue Artikel im RSS-Reader, wieder neue Tweets im Twitter-Client.
Der stets wachsenden Informationsflut kann man nur entgegenwirken, indem man genauso oft Quellen schließt, wie man neue öffnet. Also einfach mal die Zeit nehmen, in sich gehen und überlegen, hey, welche Dienste brauche ich denn wirklich? Und ganz konsequent den »Löschen«-Button klicken.
RSS-Feeds aussortieren
RSS ist wirklich toll. Man bleibt stets auf dem Laufenden und hat seine Lieblingswebsites im RSS-Reader. Doch schnell ist das RSS-Icon in der Adresszeile des Browsers geklickt, und ein neuer Feed im Programm. Ach, diese Website ist ja auch interessant und dieses Blog könnte mir von den Themen her auch gefallen – so stauen sich eine Menge Feeds an, die gar nicht verfolgt werden können, und die man eigentlich auch gar nicht mehr wirklich liest. Also: Die Feeds durchgehen, und überlegen, ob man den ein oder anderen Feed überhaupt noch liest, wann dort das letzte Mal ein interessanter Artikel war oder ob man über den Feed nicht mit haufenweisen Beiträgen vollgespammt wird.
Leute bei Twitter entfollowen
Bei Twitter mögen die Meinungen auseinander gehen, aber wer es ein wenig benutzt, weiß, dass es schnell zu einem Zeiträuber werden kann. Da wird schnell auf »Follow« geklickt, und schon hat man alle Ⅹ Minuten die Tweets einer weiteren Person im Twitter-Client. Auch hier sollte man nicht einfach jeden zurückfollowen, sondern sich ernsthaft Gedanken machen, ob man selber einen Nutzen davon hat. Einen kurzen, interessanten Artikel zum Thema hat Rafael Bugajewski geschrieben.
Unnötige Accounts löschen
Mittlerweile kann sich der Internetnutzer fast überall registrieren. Das ist schnell getan, meist reicht E-Mail-Adresse und Benutzername aus und schon ist man drin, im neuen Social Network. Oft wirft man ein, zwei Blicke auf die Community und kommt nie wieder zurück. Was bleibt: Newsletter, irgendwelche Benachrichtigungen, ein weiterer Account mit den eigenen Daten im weiten Internet. Hier empfiehlt sich: Account löschen.
Prävention
Und für die Zukunft: Vorher überlegen, ob es Sinn macht, hier und da zu followen, zu abonnieren oder sich anzumelden – das spart eine Menge Zeit und Nerven.
Der Feed bleibt aber erstmal drin ;-)
@Stefan Wienströer: Mal schauen, ob ich morgen nur noch die Hälfte der RSS-Abonnenten habe ;-)
Kann deine Gründe vollkommen nachvollziehen, sowohl was Web 2.0 Dienste angeht als auch Twitter. In den vergangenen Tagen habe ich meine Accounts bei diversen Diensten gelöscht, fast ausschließlich weil ich sie persönlich nicht benötige. Das ändert zwar nichts an meinem Nutzerverhalten, aber ich habe das Gefühl aufgeräumt zu haben und obendrein entlastet es die Inbox und man hat mehr Zeit fürs wesentliche.
Was Twitter angeht, kann man viel des »Rauschens« ganz gut unterdrücken wenn man sämtliche »@replies« aus der Timeline verbannt. Ich liege mit knapp 500 Gefollowten aber trotzdem noch an der oberen Grenze des Erträglichen. Viel rührt daher, dass ich in der ersten Zeit einfach jedem gefolgt bin, der mir gefolgt ist. Das einseitige Entfollowen fällt mir persönlich schwer, daher bin ich manchmal ganz froh, wenn ich entfollowed werde und mir somit die Entscheidung zur Entschlackung meines Twitterstreams abgenommen wird ;-)
Deinen Feed behalte ich natürlich trotzdem im Reader, ob du willst oder nicht ;-)
Schönen Restsonntag!
Du hast vollkommen recht. Man muss sich auch die Zeit nehmen, mal auszumisten. Mache ich regelmässig, sonst würde ich im Infomationsfluß ertrinken.
Völlig konsequent durchdachter Artikel. Newsletter werden bei mir grundsätzlich sofort beim ersten Eintreffen abbestellt. Ich habe nur 2–3 Stück, die ich bekomme und das bleibt so. Was den RSS-Reader angeht, so werden ab und zu auch Feeds wieder rausgeschmissen. Ich habe allerdings zig Seiten, die interessant sind, ich aber einfach nicht die Zeit habe um das Material nachzuvollziehen (es geht meistens um Programmierung). Ich lass die Feeds einfach drin und ungelesen. Wenn ich einen Moment frei habe, so schaue ich die Artikel durch und weiß auch sofort, wo etwas passiert ist. Der News-Reader fungiert gleichzeitig als eine Art Lesezeichenverwalter. Der »unread count« im Dock ist schon seit Ewigkeiten abgeschaltet (auch bei Mail), die ungelesenen Beiträge stören mich überhaupt nicht, es ist nur eine irrelevante Zahl.
Danke für den Anstoss, bin gerade auch dabei mal etwas auszumisten, besonders bei Twitter ist mir wirklich zu viel geworden, alle paar Minuten kommt etwas neues rein, man kommt ja zu gar nichts mehr.
Ich kenn das nur zugut, ich komme überhaupt nicht mehr hinter meinem Feedreader her. Da bleibt meistens nur die Zeit die Überschriften zu überfliegen und vielleicht 1 % wirklich zu lesen. Das Blöde ist nur, dass prinzipiell alles sehr interessant ist und ich mir immer denke »Gut, wenn du Zeit hast liest du das nochmal«. Bloß die Zeit finde ich eh nie. Wer schenkt mir mal ein wenig konsequentes Handeln? :D
Löscht wirklich jemand einen unbenutzten Account? Hab ich noch nie gemacht denn meistens vergesse ich die Seiten die ich nicht nutze auch schnell wieder.
wer den thunderbird benutzt braucht keine accounts löschen – es gibt den ordner »junk«. da kommt alles rein von meinen »toten« accounts, funzt wunderbar. ich mach mir doch nicht die mühe und lösch die alle einzeln! soweit kommt das noch ;-)
Also bei Twitter nervts mich auch immens! Fast jeden Tag neue Spam-Follower. Noch schlimmer find ich allerdings die leute, die erst followen, dann warten, unfollowen und dann wieder followen, nur dass sie dann in der Kontaktliste wieder ganz oben stehen. Nur um paar Klicks zu ergattern…
Naja jedenfalls werde ich jetzt auch mal wieder bissl aufräumen bei twitter!