Anti-Spam-Plugin Akismet in Deutschland rechtswidrig?
Es scheint im Moment in Mode zu sein, nach Rechtslücken in der Blogosphäre zu suchen. Von heute auf morgen wurde das jahrelang problemlos zu benutzende Plugin »Subscribe to comments« zu einem rechtlichen Problem, nun geht man noch einen Schritt weiter und prangert Akismet an.
Interessant an diesem Fall ist, dass das Anti-Spam-Plugin bei jeder WordPress-Installation automatisch mit von der Partie ist, und somit eigentlich fast jeder WordPress-Blogger betroffen ist. Hintergrund ist, dass Akismet Daten mit seinem Server in den Vereinigten Staaten abgleicht, um Spam-Kommentare herauszufiltern. Wären dies personenbezogene Daten, so gäbe es ein datenschutzrechtliches Problem – in Deutschland, Österreich und Schweiz.
Natürlich zieht auch diese Geschichte mal wieder viel Aufsehen auf sich, wobei neben den Abnickern und Ja-Sagern auch kritische Stimmen auftauchen, die von »digitaler Weltuntergangsstimmung« reden. Solange der Fall nicht vor Gericht kommt, seien es reine Spekulationen, auf die man sich stütze.
Abhilfe soll – wie bei der Benutzung von Google Analytics – eine Ergänzung in der Datenschutzerklärung schaffen. Ein kryptischer Mustertext ist im oben verlinkten Artikel nachzulesen.
Wie soll man jetzt handeln? Akismet sofort deaktivieren und zu Alternativen wechseln? Den Mustertext kopieren und auf das Beste hoffen? Oder den ganzen Rummel ohne Substanz erstmal ignorieren?
Ich ignoriere einfach mal und warte wie sich die Lage entwickelt, man glaubt bei einem Unwetter ja auch nicht gleich an den Weltuntergang :)
Ich bin es so leid! Die exzessive Abmahnwelle der letzten Jahre scheint die Online-Szene ja zutiefst verunsichert zu haben. Es weiß doch irgendwie kaum ein Blogger oder Forenbetreiber mehr genau, was nun eigentlich noch erlaubt ist oder nicht. Müssen Kommentare kontrolliert werden? Wenn ja, wie regelmäßig? Dürfen Statistikfunktionen genutzt werden, wenn sie Besucherdaten speichern (was für die Funktion nunmal unerlässlich ist)?
Einerseits werden personbezogene Daten en masse gesammelt (Vorratsdatenspeicherung), andererseits will man harmlosen Bloggern ans Leder, weil sie nichtssagende IP-Adressen und Zugriffszeiten zu rein statistischen Zwecken speichern.
@Thommy: Es geht ja eher darum, ob die Welt untergeht, sondern ob der nächste Blitz bei dir einschlagen kann… ;-)
@Stefan: Stimme dir vollkommen zu…
Ich habe Akismet nie eingesetzt. Suchte immer nach alternative und bin mit Yawasp sehr zufrieden. Da ist nichts mehr durchgekommen….
@Dave: Ich bin mittlerweile auch nur noch auf Yawasp…
Ignorieren hat noch keinem geschadet. Spätestens wenn es dann doch mal zu einer Abmahnung kommt gibt es dir ersten Tränen ;-)
Die Frage ist einfach wo ist die Grenze. Daten zu haben von anderen Menschen ist soweit noch in Ordnung, wenn diese nicht als Druckmittel oder für andere Werbezwecke eingesetzt werden. Private und persönliche Daten sollte man meiner Meinung nach nicht speichern dürfen. Das geht zu weit. Allerdings finde ich es etwas übertrieben, wenn man Stress macht wegen einem Plugin. Das geht zu weit. Denn ich denke auch, dass sich nicht wirklich noch jemand bei diesem Gesetzeswirrwarr auskennt. Es ist einfach viel zu viel.