Frühlingsgefühle zum Jahresbeginn: Blog-Verkauf und Lifestreaming

Vom Frühling ist zwar noch nichts zu spüren, eher gibt der Winter nochmal alles – trotzdem es kommt mal wieder etwas Bewegung in die träge gewordene, deutsche Blogosphäre. Als Grund für die Trägheit sieht beispielsweise der admartinator das Microblogging. »Blogs sind tot.« schreibt er, Twitter ist schnelllebiger. Ein ganz anderer Wind weht beim Aushängeschild-Blogger Nr. 1, Robert Basic. Er will sein Blog verkaufen.
Jepp, der Beitrag »Basic Thinking verkaufen?« sorgte wohl für die größte Aufruhr in der deutschen Blogosphäre am heutigen Tage, selbst Spiegel Online war es eine Meldung wert. Verkaufen? Das hatten wir doch schonmal? Nur, dass es jetzt jemand in Betracht zieht, der es sich eigentlich durchgängig auf Platz 1 der Deutschen Blogcharts gemütlich gemacht hat.
Spektakuläre Meldung, unspektakuläre Kommentare
Robert Basic will keinesfalls aufhören mit dem Bloggen, eher einen Cut machen, neu anfangen, eventuell zweisprachig bloggen. Genauso spektakulär wie die Meldung, so unspektakulär sind die Kommentare und Rückmeldungen. Ja, richtig, hör auf, mutiger Schritt die einen. Dann die anderen: Nein, das funktioniert eh nicht, das Blog ist zu sehr an deiner Person gebunden. Wie gesagt: Unspektakulär.
Lifestream statt Blog
Ein Cut ganz anderer Art und Weise beim admartinator: Blog weg, Lifestream hin. Lifestreams, da wurde auch schon viel drüber gesagt, sie wurden aber meist eher als Nebensache oder Spielerei betrachtet. Jetzt der radikale Schritt: Lifestream statt Blog. Microblogging sei schnelllebiger, hätte eine Aktualität, die ein Blog nicht mehr liefern kann. Was früher einzelne Blog-Artikel wurden, wird heute einfach als delicious-Link im Lifestream eingefügt. Nur ein Beispiel.
Quo vadis, wo geht’s hin? Hauptsache es geht weiter. Zum Jahresstart eine kleine Umwälzung, das tut doch gut. Und wer weiß, vielleicht sind ja die Lifestreams die neuen Blogs? Es tut sich was. Oliver hat sich schon eine Lifestreamroll eingerichtet.
Nachtrag: Jetzt ist es amtlich: Er verkauft.
Ich glaube ich werde alt, denn ich kann mit diesen ganzen Lifestream‑, Microblogging und wie das alles heißt nicht viel anfangen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dadurch die konventionellen Blogs ersetzt werden können. Trotzdem werde ich versuchen, mich auf dem Laufenden zu halten, und vielleicht kann ich mich ja doch noch mit diesem »neumodischen Kram« anfreunden … ;-)
@Stefan: Kommt auch alles etwas überraschend. Ob es sinnvoll ist, sei dahingestellt ;-) Ich mein, früher konnte auch niemand was mit Blogs anfangen, aber dann haben es immer mehr gemacht. Vielleicht entsteht nochmal so eine Sogwirkung – oder es geht in die Hose ;-)
etwas off-topic:
Seit wann hast du deinen Blog SOO sehr mit Werbung zugeklascht?!
@ Jared: Werbung? Ausschließlich Google-Besucher sehen hier Google AdSense Anzeigen. Sonst dürfte hier niemand Werbung sehen. Kommst du über Google oder worauf spielst du an?
@ Jared: Oh, ich bemerke gerade, dass auch Benutzer des Google Readers die Anzeigen zu sehen bekommen… Kommt auf die To-do-Liste, sollte nicht so sein…
Genau das war wohl das Problem ;-) Ich kam über den Google Reader und sah aufeinmal diese extreme Werbung vor und nach dem Beitrag.
Jetzt sehe ich keine Werbung mehr :-)
@ Jared: Sollte nun gefixt sein. Danke nochmal für den Hinweis :-)
Mein Kommentar zu der ganzen BasicThinkingBlogVerkaufsHysterie:
http://www.main-blog.de/2009⁄01/08/uno-sondersitzung-einberufen-dramatische-abstimmungsaktion-uber-abschliesenden-ebay-text/
Viel Spass
Bin wirklich erstaunt welche Kreise der Verkauf von dem Blog im Internet macht.
Habe schon auf mehreren Blogs Beiträge darüber gelesen und bin immer wieder erstaunt wieviele Leute dazu etwas zu sagen haben.