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Blogg‘ doch lieber in Englisch

Meine These: Würde ich rein theoretisch ein neues Blog starten wollen, und mein Ziel wäre es, möglichst viele Leser zu gewinnen, wäre es am besten, englischsprachig zu bloggen. Denn eins ist klar: Die englischsprachige Blogosphäre, Pardon, Blogosphere, ist um einiges größer als die deutsche. Doch nicht nur das.

Es tummeln sich rund um den Globus viel mehr englischsprachige Menschen rum, die zum größten Teil potentielle Leser für das Blog sind. Noch ein Pluspunkt: Man schließt die einheimische Zielgruppe nicht (komplett) aus. Englisch ist Pflichtschulfach in Deutschland und die meisten Deutschen sollten diese Sprache jedenfalls ansatzweise beherrschen.

Warum also bei der deutschen Sprache bleiben? Um sie vor dem Verfall zu schützen? Oder um den deutschen Lesern entgegenzukommen? Ich behaupte, dass man mit einem englischsprachigen Blog »erfolgreicher« sein kann, als mit einem Deutschen. Unter der Bedingung, dass man den Erfolg an der Anzahl der Leser und Besucher ausmacht.

15 Reaktionen zu “Blogg‘ doch lieber in Englisch”

Kommentare

  1. Webstandard-Team am 14. Juli 2008 um 08.33 Uhr #

    So lange man sich wegen der größeren Reichweite und dem eventuell damit verbundenen größeren Erfolg für die englische Sprache entscheidet, wird die deutsche Sprache in der Blogosphäre weiterhin eher ein Nieschendasein führen.


  2. Rafael Bugajewski am 14. Juli 2008 um 09.07 Uhr #

    Ich habe auch schon darüber nachgedacht. Mit der deutschen Sprache ist man allerdings auch in einer guten Situation – denn man kann englische Artikel aufgreifen und diese für die deutsche Blogosphäre »präparieren«. Wenn man einen englischsprachigen Blog führt, geht das nicht mehr so gut und man hat außerdem auch viel stärkere Konkurrenz. Hat also alles seine Vor‑ und Nachteile.

    Prinzipiell würde ich es einzig und allein aus dem Grund der Spracherhaltung machen.


  3. Oliver am 14. Juli 2008 um 09.51 Uhr #

    Probiere es doch aus. Starte deinen Blog doch zusätzlich als Experiment in Englisch und schau mal wie weit du damit kommst. Ich würde es aber ehrlich gesagt begrüssen, wenn du auch weiterhin in deutsch bloggen würdest.

    PS: Ich persönlich empfinde die deutsche »Blogosphere« bei weiten nicht so klein wie angenommen und wie immer wieder behauptet wird.

    Ich warte noch auf den wirklich guten universellen Translator, der diese Sprachgrenzen endlich komplett aufbricht, ohne das man seine lokale Sprache vernachlässigen muss.


  4. mig am 14. Juli 2008 um 11.15 Uhr #

    PS: Ich persönlich empfinde die deutsche »Blogosphere« bei weiten nicht so klein wie angenommen und wie immer wieder behauptet wird.

    Da kann ich nur zustimmen.

    Die Reichweite eines englischsprachigen Blogs ist vielleicht größer, aber das führt auch nicht zu direkt mehr Lesern. Es ist ja nicht so, dass du hier mit deinem deutschen Blog schon alle deutschen Menschen als Leser hast. Mit einem englischsprachigen Blog kannst du dir also auch nicht sicher sein, mehr Leser zu bekommen.
    Und ich mag allgemein die kleine nette (deutsche) Bloggosphäre, wo man mit 10–20 Blogs »befreundet« ist, sich regelmäßig Stöckchen zuschmeist und untereinander kommentiert, als solche riesen Blogs, wo jeden Tag 200 Besucher draufgehen, die man vorher noch nie gesehen hat, und die man in Zukunft auch nicht wieder sieht.

    Noch ein Pluspunkt: Man schließt die einheimische Zielgruppe nicht (komplett) aus. Englisch ist Pflichtschulfach in Deutschland und die meisten Deutschen sollten diese Sprache jedenfalls ansatzweise beherrschen.

    Das sehe ich nicht so. Ich persönlich lese auch ein paar englische Blogs. Das sind aber dann nicht die privaten/persönlichen, sondern nur Entwicklerblogs zu Software oder so, dessen Content ich wissen muss.

    Gruß,
    mig


  5. Marcel am 14. Juli 2008 um 11.48 Uhr #

    @Rafael:

    Wenn man einen englischsprachigen Blog führt, geht das nicht mehr so gut und man hat außerdem auch viel stärkere Konkurrenz.

    Ich denke, das gleicht die größere Zielgruppe aus. Natürlich nicht, wenn man in die Top-Wasweißichnicht kommen möchte.

    @Oliver:

    Ich würde es aber ehrlich gesagt begrüssen, wenn du auch weiterhin in deutsch bloggen würdest.

    Keine Sorge, ich hatte nicht vor die Sprache zu wechseln – war nur so ein Gedanke ;-)

    @mig:

    Das sehe ich nicht so. Ich persönlich lese auch ein paar englische Blogs. Das sind aber dann nicht die privaten/persönlichen, sondern nur Entwicklerblogs zu Software oder so, dessen Content ich wissen muss.

    Okay, wenn ich rein privat blogge, macht es keinen Sinn die Sprache zu wechseln. Da gebe ich dir recht. Aber wenn man das streng betrachtet, blogge ich gar nicht privat/persönlich. Also würde dieses Argument auf mich nicht zutreffen…


  6. Chris\\Das3Zehn am 14. Juli 2008 um 12.48 Uhr #

    Ich hatte ebenfalls mit dem Gedanken gespielt, nerdTainment nicht auf deutsch sondern auf englisch zu starten – bin dann aber doch bei der deutschen Sprache hängen geblieben.

    Warum?

    Das ganze lässt sich recht einfach beantworten: Ich schätze die »Nähe« zu meinen Lesern – und die ist eher bei deutschsprachigen Blogs gegeben – eben weil die Zielgruppe nunmal deutlich kleiner ist als die »internationale Bühne«. Dazu kommt auch die Möglichkeit, sich mit den Lesern/befreundeten Blogs auf Barcamps etc. zu treffen und dort ein Bierchen (oder 2… oder 3…) gemeinsam zu schlürfen und sich so näher kennen zu lernen und/oder auch mal Kritik »unter vier Augen« zu erhalten.

    Klar – mit einem englischsprachigen hat man unter Umständen mehr »Erfolg« – wenn man selbigen über PIs definiert – allerdings sollte man auch nicht vergessen das gerade die englische Blogosphäre durch ihre Größe deutlich anonymer ist.

    Man muss mehr oder weniger abwägen: Deutsch und Nähe zu den Lesern oder Englisch und möglicherweise sogar kommerziellen Erfolg.


  7. uh|shortlist am 14. Juli 2008 um 14.22 Uhr #

    Wir haben das vor kurzer Zeit als Feldversuch ausprobiert.

    Die »alte« shortlist gibt es deutsch/englisch seit knapp drei Jahren. Im April 08 wurde die englische »Auskopplung« xxxxx.baywords.com gestartet. Leider kippte dort der server nach einigen Wochen, alles ist auch noch nicht gefixt. Daher erfolgte vor einiger Zeit der Umzug auf den »normalen« free-WP-Host als xshortlist.

    Neben den Besucherzahlen, die sind im Kulturbereich ja eher Randgruppe, war interessant, dass das internationale Publikum viel aktiver/kontaktfreudiger ist. Das ist in jedem Fall ein Grund, an diesem Feldversuch –selbst mit geringer post-Frequenz‑ fest zu halten.

    Grundsätzlich ist bei der Überlegung eher die Frage, WELCHEN MEHRWERT haben die (englisch-sprachigen) Beiträge, und WEN will ich eigentlich ansprechen, oder?


  8. Rafael Bugajewski am 14. Juli 2008 um 14.45 Uhr #

    Ich könnte mir auch nur vorstellen die englische Sprache als Ergänzung einzuführen, nicht aber als Ersatz. Und den meisten hier genannten Argumenten kann ich nur zustimmen.


  9. fidel am 14. Juli 2008 um 17.20 Uhr #

    Ja ist ne weitreichende Entscheidung …. denke letztlich ist die Frage wo & wie will man sich positionieren.

    Im Kern sollte english für niemanden mehr ein wirklichliches Problem sein, wass ich aber im Alltag immer wieder feststelle ist die Tatsache dass gerade deutsche User sehr sprach-beschränkt sind.
    (die Finnen zaehl ich hier auch dazu)

    Klingt böse … ist aber gar nicht so gemeint. Die meisten blocken sehr fix ab, obwohl sie sicherlich die Quintessenz der Artikel erfassen würden. Bin seit Jahren im IRC unterwegs und gerade dort kann man die Tendenz immer wieder sehen.

    Ich finde den mehrsprachigen Ansatz schön, warum nicht einfach die Sprache verwenden die einem gerade für das jeweilige Ziel am besten erscheint ?

    Technische Sachen in english, ausser man sieht die Dokumentations-Lücke in seiner Muttersprache (mach ich gerade mit meinen Applescript Sachen) und sonst wie es gerade so reinläuft.

    Oliver’s Almighty-Translator-Idee wäre natürlich die Weltmacht =)


  10. Marcel am 14. Juli 2008 um 17.30 Uhr #

    Vielleicht sollte man bei größeren Artikel wirklich den aufwändigeren Weg nehmen, und den Artikel in einer deutschen und einer englischen Version anbieten. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert, oder?


  11. Max am 14. Juli 2008 um 23.26 Uhr #

    gibt ja erst 3 englischsprachige :D
    über was hattest du denn nachgedacht zu schreiben? hört sich nach ernsthafter überlegung an


  12. Marcel am 14. Juli 2008 um 23.28 Uhr #

    über was hattest du denn nachgedacht zu schreiben? hört sich nach ernsthafter überlegung an

    Nö, war einfach nur mal so nen Gedanke. Für ein weiteres Blog bleibt keine Zeit ;-)


  13. Mathias am 16. Juli 2008 um 15.12 Uhr #

    Ich hoffe, du bist der englischen Sprache auch mächtig :)

    Andernfalls ists nur peinlich. Ich könnte jetzt ein paar Blogs nennen…ach ne, lassen wir das lieber.

    LG


  14. Marcel am 16. Juli 2008 um 15.22 Uhr #

    Ich hoffe, du bist der englischen Sprache auch mächtig :)
    Andernfalls ists nur peinlich. Ich könnte jetzt ein paar Blogs nennen…ach ne, lassen wir das lieber.

    Stimmt ;-) Da kenn‘ ich auch so ein paar Kandidaten. Aber ich denke schon, dass ich im Englischen ganz passabel schreiben kann. Fehlerfrei sicherlich nicht, aber darauf erhebe ich auch im Deutschen keinen Anspruch ;-)


  15. Ute am 20. Juli 2008 um 01.04 Uhr #

    Ich lese, wenn ich nicht gerade was Spezielles suche lieber deutsche Blogs, einfach weil ich da viel schneller bin. Insbesondere wenn es darum geht einen Text nur zu überfliegen, um abzuschätzen, ob er mich überhaupt interessiert, dann gehts auf deutsch einfach deutlich schneller. Klar, wenn ich explizit Informationen zu einem Thema suche, dann nehme ich die Sprache, die sich bietet, notfalls sogar noch eine, die ich nicht gut beherrsche, wenn es gar nichts anderes gibt

    Für mich ist auch entscheidend, wie gut ich etwas schreiben kann. Klar kann ich englische Texte schreiben, ich habe zwei Semester ausschließlich in englischer Sprache studiert. Ich kann auch spanisch schreiben, ich halte Linuxkurse auf Spanisch.

    Aber spätestens wenn es darum geht, mehrere Versionen für ein und denselben Begriff zu finden, wenn es um Kleinigkeiten bei Witzigem oder der Grammatik, dann weiß ich, dass ich auf deutsch besser schreibe.