Was macht ihr mit gespeicherten E-Mail-Adressen?

Durch Zufall bin ich auf das Blog »Lünen-Design« gestoßen und beim Überfliegen bei einem Beitrag stehen geblieben. Blogger Mario fragt seine Leser bezüglich der E-Mail-Adressen-Speicherung in den Kommentaren: »Was macht ihr mit den Daten?« Und ich dachte erstmal so: »Hä?«
In vielen Blogs ist es üblich, dass der Kommentierende (s)eine E-Mail-Adresse angeben muss. Das hat zweierlei Gründe: Zum einen bestätigt der Kommentierende so, dass es ihn gibt. Zwar könnte man jetzt sagen, dass das noch lange nicht so sein muss; man kann auch irgendeine ausgedachte Mail-Adresse angeben. Trotzdem – der psychologische Effekt bleibt. Wenn ich meine E-Mail-Adresse angebe, überlege ich mir vorher, was ich schreibe. Schließlich kann man mich in irgendeiner Weise identifizieren.
Die Angabe der Mail-Adresse ist kein Hindernis
Zum anderen kann die E-Mail-Adresse für Benachrichtigungssysteme genutzt werden, und Besucher anhand der E-Mail-Adresse trotz identischer Namen auseinandergehalten werden. Außerdem besteht die Möglichkeit für den Blog-Betreiber, Kommentatoren persönlich anzuschreiben, sofern noch Fragen zu Kommentaren offen sind.
Praktisch gesehen sollte die Angabe kein Hindernis mehr sein. Mittlerweile hat schließlich jeder eine E-Mail-Adresse. Zudem ist die Adresse für andere Blog-Leser nicht sichtbar und kann so auch nicht als Futter für Spam-Bots dienen.
Was könnte man denn sonst noch so mit den Daten anstellen?
Bis hierhin ist für mich alles selbstverständlich, logisch und drüber nachgedacht habe ich eigentlich nie. Auch nicht über die Frage: »Was könnte man denn sonst noch so mit den Daten anstellen?«
Die Daten an Sammler verkaufen? Einfach so aus Spaß mit tausenden Werbemails zumüllen? Klingt für mich jetzt weniger verlockend. Ich denke, wenn der Kommentator mir gegenüber schon so viel Vertrauen schenkt, und mir seine E-Mail-Adresse übergibt, sollte ich sie auch dementsprechend behandeln. So habe ich beispielsweise beim Server-Wechsel nicht auf die vorhandenen Mail-Adressen zurückgegriffen, sondern den Leser entscheiden lassen, ob er sich mit seiner Adresse in eine Liste einträgt.
Letztendlich denke ich, dass die Angabe der E-Mail-Adresse obligatorisch bleiben sollte. Es tut keinem weh, sondern bringt Vorteile für beide Seiten. Was denkt ihr?
Ich sehe es wie Du. Besonders der Punkt »Zum anderen kann die E-Mail-Adresse für Benachrichtigungssysteme genutzt werden« ist mein Ding, denn ich liebe diese Kommentar-Abo-Funktion.
Aber auch die (Gr)Avatare) wären ohne Mail-Adresse nur über eine Registrierung realisierbar, und die braucht auch wieder eine Mail-Adresse…
Identifizieren kann ich einen »bösartigen« Kommentator eher über die IP-Adresse, die ja zumindest bei WordPress auch mitgeloggt wird. Allerdings hatte ich mal einen Fall, dass ein Kommentator mich persönlich angegriffen hat. Unter Verwendung eines Pseudonyms und einer gefälschten Mail-Adresse, dazu über anonyme Proxys die IP verschleiert. Zunächst mal habe ich versucht, denjenigen zur Angabe eines Realnames zu überreden. Ich hatte nämlich einen Verdacht, aufgrund der Ausdrucksweise. Jemand, den ich aus dem RealLife kenne, wäre dann eine Sie. Als da aber nichts kam, habe ich zwei Kommentare gelöscht, worauf mit Zensur vorgeworfen wurde…
Fazit: Wenn ich anonym kommentieren will, kann ich das auch. Dann aber mache ich das bewusst.
Um die Nutzer auseinanderzuhalten würde es auch reichen z.B. einen Hash der e-mail-adresse zu speichern.
Ja, das schon. Aber erstens würde das die Sache etwas komplizierter machen, und zweitens fallen dann die anderen Vorteile weg, oder?
ich würde nie auf die idee kommen die daten zu verkaufen! das wäre verrat an den kommentierer und leser.
Ich mache nichts mit gespeicherten Mailadressen, im Sinne von weitergeben oder so und ich erwarte das auch von den Autoren der Blogs, in denen ich kommentiere.
Die Angabe als solche finde ich sinnvoll, zunächst weil ich glaube, dass sich die meisten Kommentierenden doch noch überlegen was sie schreiben, aber eben auch für Blogfunktionen wie Gravatare oder Mailbenachrichtigungen.
@happy-buddha: Und auf Verrat steht in der Blogosphäre die Todesstrafe :D Also nicht die Schlinge um den Hals, aber deren Blogs werden wohl keine Beachtung mehr finden.
@markus stimmt! das wäre »blogselbstmord«
wenn wir schon beim thema privatdaten sind…viele benützen ja auch tools um zu sehen wer alles so auf ihrem blog war,woher er kam,wohin er ging,das sind auch daten die man »verwerten« könnte..
Das Thema ist interessant, die vielen Datenschützer schreien warscheinlich schon bei der Überschrift auf. Aber ich denke das man es locker sehen muss. Gute Kommentare kann man nur erwarten, wenn der User bereit ist, auch persöhnliche Daten dem Autor Preis zugeben.
Dafür darf man dann auch erwarten, dass man nicht verkauft wird vom Blogger. Bloggerselbstmord finde ich das als Stichwort echt super!
Die Zusatzfeatures sind sinnvoll und wer dennoch unerkannt bleiben will, trägt einfach eine quatsch adresse ein – ob der kommentar dann noch sinnvoll ist, merkt man ja schon am Kommentar von Markus.
Im Internet bewege ich mich eh mit einer eigens dafür eingerichteten EMail adresse rum. So kann man Funktionen wie die EMail benachrichtung nutzen und was es sonst noch so gibt und muss trotzdem keine Angst haben, dass wichtige Nachrichten vom Filter gelöscht werden.
Unter Adresse http://www.wirspeichernnicht.de/ bekommt man ein WP-Plugin, welches die Kommentare von persönlichen Daten befreit. IP‑, Mail‑ und Web-Adresse werden automatisch entfernt. Ich hatte da mal vorübergehend drin, weil die noch ausstehende Neufassung des BDSG die Speicherung von IP-Adressen verbieten soll. Aber dann funktioniert die Hälfte nicht mehr…
Die Datenschützer schreien natürlich »Hurra«, wenn ein solches Plugin benutzt wird.