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Sonnensegel Ingo und Bernd Sonnenschutz – Manueller Spam der neue Trend?

Sonnensegel Ingo

»Akismet hat deine Seite vor vor *hierbittezahleinfügen* Spamkommentaren bewahrt.« Diesen Satz kennt wohl jeder WordPress-Blogger. Spam-Bots in Blogs – ein leidiges Thema, aber ein Thema, das eigentlich kein Problem mehr darstellt. Manchmal sickern noch ein paar Spam-Kommentare durch, aber damit kommt jeder Blogger gut zurecht.

Aber Spam-Bots möchte ich diesen Beitrag gar nicht widmen. Sondern einer Art von Kommentaren, die mir in letzter Zeit aufgefallen ist – in meinem Blog und auch in anderen. Ich weiß noch nicht einmal, ob man es wirklich als Spam bezeichnen kann, aber im großen und ganzen geht es um das pushen von Websites bei Google und andere Suchmaschinen.

Keine wirren Zahlenkombinationen oder Kasino-Links

Ein Beispiel: Die Kommentare von »Sonnensegel Ingo« und »Bernd Sonnenschutz«. Die Namen klingen schon komisch, aber die Kommentare selber wirken »ganz normal«. Keine wirren Zahlenkombinationen oder Links auf ominöse Kasino-Websites, sondern Beiträge, die auch zum Thema passen. Sogar Fragen zum Thema werden gestellt. Ein ganz normaler Kommentator?

Bernd Sonnenschutz

Betrachtet man die verlinkten Websites (raumtextilienshop.de; sonnenschutz-projekt.de), so kommt man auf mehr oder weniger toll gestalteten Websites zum Thema Sonnenschutz und – wer hätte es gedacht – Raumtextilien. Nichts ungewöhnliches, die beiden Websites haben auf den ersten Blick auch gar nichts miteinander zu tun. Das Impressum der Websites verweist auch auf unterschiedliche Betreiber (nein, sie heißen weder Ingo noch Bernd).

Wirft man allerdings einen Blick auf die Daten bei DENIC, stellt sich schnell heraus, dass es sich um den gleichen Domain-Inhaber handelt…

Gute Plätze bei Google

Nun ist es so, dass durch diese Kommentare in diversen Blogs, die beiden angesprochenen Websites bei den Stichwörtern »Sonnenschutz« und »Sonnensegel« unter der Top 10 bei Google zu finden sind. Ziel erreicht. Aber auf eine vernünftige Art und Weise? Ist es okay, mit solchen Methoden sein Google Ranking zu pushen?

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die Kommentare nicht im ursprünglichen Sinne störend sind, sondern zum Thema passen und auch nicht allgemein gehalten sind. Nur Name und Website sind mir ins Auge gesprungen. Ist dieser »manuelle Spam« die Zukunft, gegen die auch der gute alte Freund Akismet nicht mehr ankommt?

Ach ja: Die beiden Sonnenfans sind nicht die einzigen auf ihrem Terrain – auch Herr »Travel« und seine Kumpanen haben’s schon mit Kommentaren versucht…

Weitere Links zum Thema

Bisher habe ich nur beim Strandgucker einen Artikel gefunden: »Spam durch die Verdunklungsmafia«

21 Reaktionen zu “Sonnensegel Ingo und Bernd Sonnenschutz – Manueller Spam der neue Trend?”

Kommentare

  1. Sigur am 1. Juli 2008 um 17.18 Uhr #

    So lange sie nicht spammen können die meinetwegen auch auf Platz eins bei google stehen.


  2. Marcel am 1. Juli 2008 um 17.22 Uhr #

    @Sigur: Jap, genau das ist der Punkt, über den ich mir noch nicht so im Klaren bin… Inhaltlich ist es ja kein Spam, sondern nur im Hintergrund…


  3. Bloggi am 1. Juli 2008 um 19.15 Uhr #

    Ich sehe das schon etwas schärfer als Kommentator Marcel, was die Blogkommentare von »Sonnensegel Ingo« und »Bernd Sonnenschutz« betrifft. Das ist auf jedenfall massiv betriebener und schon organisierter Spam, was diese Leute dort betreiben und zwar aus folgendem Gründen:

    1. Diese suchen sich grundsätzlich Blogs aus, deren Kommentare mit einer Website-Angabe ausgefüllt werden können. Es gibt meines Wissens keinen Kommentar-Eintrag von denen, wo die Angabe deren Website(s) nicht erfolgte.

    2. Diese Blogkommentare sind ziemlich allgemein gehalten. In vielen Fällen wird sogar nur geschrieben: »Das Bild wird nicht angezeigt, kann mit jemand den Link zu der Abbildung schicken?« oder »Das Video funktioniert nicht, bitte mal den Link angeben…«
    Alles sowas, wird im ersten Moment vom Admin nicht als Spam angesehen, deshalb muss da auf jedenfall besser aufgepasst werden.

    3. Nach einer kleinen Recherche, wie auch schon oben im Beitrag angesprochen, betreiben diese Spammer mehrere Webseiten (schätzungsweise 4 oder 5, ich habe da aber nur oberflächlich geschaut, vielleicht sogar noch mehr), welche alle gleichermaßen mit Links aus Blogkommentaren versorgt werden.

    4. Die Anzahl von Blogeintragen ganz speziell von diesen Spammern ist schon sehr beachtlich. Es gibt schon verschiedene Blog-Beiträge von mehreren Blogs wo der/diese Spammer »Sonnensegel Ingo«, »Bernd Sonnenschutz« und nicht zu vergessen »MarkIsen« auch schon als solche enttarnt wurden.

    Ich pflichte da dem Kommentar von Sigur bei: Einer hat immer den ersten Platz bei Google. Wenn das aber durch Spamming oder andere unfaire Maßnahmen passiert, dann hätte ich da schon was dagegen.


  4. Marcel am 1. Juli 2008 um 19.20 Uhr #

    Hallo Bloggi,

    vielen Dank für deinen Kommentar! Ich kann dir in allen Punkten eigentlich nur zustimmen; bei mir sind die Kommentare schließlich auch im Spam-Ordner gelandet. Allerdings konnte ich beim Googlen nur ein Blog ausmachen, der schon etwas über die Spam-Kommentatoren geschrieben hat. Anders ist bei denen allerdings, dass sie schon Bezug zum Thema haben. Jedenfalls kam mir das so vor. Es war mal etwas anderes als »Hey tolle Seite« oder nur »Cool.«

    Kannst du vielleicht noch weitere Quellen nennen, die schon über sie berichtet haben?


  5. Bloggi am 1. Juli 2008 um 20.01 Uhr #

    Da gibt es wirklich schon einige Beiträge als Beispiel (Schnellrecherche):
    http://www.admartinator.de/2008⁄06/01/spam-in-handarbeit/
    Hier wird auch im Kommentar von Michel der Spammer »Markisen« wieder aufgeführt.
    Als weiteres Beispiel:
    http://www.strandgucker.de/spam-durch-die-verdunklungsmafia.html
    Ich habe schon mehrere Blog-Beiträge dazu gelesen (bestimmt 5, aber ich habe mir die Blogs nicht gemerkt ;-) Ich hoffe es hilft Dir schon mit diesen 2 Beispielen weiter.

    Noch eine Zusatzinfo, sozusagen aktueller Ticker:
    Manchmal wird auch aus dem »Sonnensegel Ingo« ein »Ingo unterm Sonnensegel« oder »Ralf unterm Sonnensegel« (habe ich eben sogar noch zusätzlich gefunden) also aufgepasst!. Hier brauchst Du nur mal etwas in den Suchmaschinen nach den Namen zu suchen und Du wirst bald fündig.


  6. Marcel am 1. Juli 2008 um 20.04 Uhr #

    Hmm ja, den Strandgucker hatte ich ja schon im Beitrag erwähnt. Dass ich den guten ad ganz übergangen habe; mir sei’s verziehen ;-)

    Danke!


  7. Markus am 2. Juli 2008 um 15.21 Uhr #

    Das Problem mit den manuellen Spam Comments hatte ich auch. Seit ich aber die Kommentare, so sie zum Thema passen, stehen lasse und nur den URL entferne sowie ggf. den Namen in »Möchtegern-SEO« ändere, habe ich da meine Ruhe.

    Muss ich den Namen nicht ändern, gibt es einen Zusatz in den Kommentar:
    »Edit by Admin: Gewerblicher URL entfernt«
    Das fällt auf, der Spammer fühlt sich ertappt und meidet zumindest bisher meinen Blog :D


  8. Bloggi am 3. Juli 2008 um 08.59 Uhr #

    @Markus:

    Die Idee ist ganz gut, zumindest was den eigenen Blog anbetrifft. Da wissen die meisten Spammer, der Kommentar wird vom Admin gelesen. Andererseits gibt es auch Kommentar-Spammer, ich denke dazu kann ich auch die oben aufgeführten dazuzählen, die bräuchten eigentlich schärfere Maßnahmen. Wer nämlich in diesem Maßstab spamt, der sollte auch einschlägig bekanntgemacht werden.

    Wenn man nur ein wenig recherchiert, gibt es noch viele Blogs, wo Kommentar-Spam der oben aufgeführten Kanditaten nach wie vor mit einem Link zu dessen Seite unverändert aufgeführt ist.

    Erkennt eigentlich das Akismet auch Blog-Kommentare die beispielsweise schon 5 Monate oder länger vorhanden sind, nachträglich als Spam-Kommentar?


  9. Suriel am 3. Juli 2008 um 09.11 Uhr #

    Wenn es denn nur der Herr Sonnenschutz wäre. Auch immer wieder gerne tummelt sich der gute Herr mit dem intimen Spielzeug im Namen auf diversen Blogs.


  10. Markus am 3. Juli 2008 um 09.34 Uhr #

    Akismet erkennt Spam AFAIK nur direkt beim Speichern. Ich biete bei mir im Blog die Option, dass User ihre Kommentare über einen Zeitraum von 10 Min. bearbeiten können. Beim Speichern der Änderungen wird der Kommentar nochmal durch Akismet gefiltert und ggf als Spam markiert. Der User erhält dann einen entsprechenden Hinweis.

    Ältere Kommentare werden in i.d.R. nicht mehr geändert, daher wird Akismet da auch keinen Spam mehr finden. Wäre auch unlogisch: Ich habe den Kommentar einmal genehmigt, dann wird er nicht mehr verändert. Warum sollte das denn in ein paar Monaten Spam sein?

    Das Problem mit manuellem Kommentarspam ist, dass viele Blogger sich da gar nicht drüber im Klaren sind, was sie da in ihren Blogs stehen haben oder freischalten. Der Fehler sitzt hier eindeutig vor dem Bildschirm. Dazu habe ich vor knapp einem Monat selbst mal gebloggt:
    http://blog.cowboy-of-bottrop.de/2008⁄06/05/manueller-kommentarspam/


  11. Marcel am 3. Juli 2008 um 11.46 Uhr #

    Es soll ja auch Blogger geben, die es gar nicht interessiert, was in den Kommentaren so abgeht… Oder Blogger, die sie gar nicht selber moderieren. Bei mir ist das so, dass ich jeden Kommentar von einem Besucher, der das erste Mal kommentiert, persönlich freigeben muss. Danach gilt der Kommentator als »autorisiert« und kann auch ohne »Kontrolle« kommentieren.

    So fallen mir natürlich auch Herr Sonnenschutz und Co relativ leicht auf. Bei größeren Blogs mit mehr Kommentaren gestaltet sich diese Vorgehensweise natürlich schwierig.

    Ein anderer Weg – wenn es denn immer dieselben sind – ist die Kommentatoren-Blacklist, die WordPress anbietet (Einstellungen → Diskussion).


  12. Markus am 3. Juli 2008 um 14.17 Uhr #

    Bei mir ist das so, dass ich jeden Kommentar von einem Besucher, der das erste Mal kommentiert, persönlich freigeben muss. Danach gilt der Kommentator als »autorisiert« und kann auch ohne »Kontrolle« kommentieren.

    Ich mache es ebenso, und das scheint mir auch die gängigste Methode zu sein.

    Anyway, die Blacklist ist in der Tat Gold wert, besser ist aber die Kommentarmoderations-Liste. Denn auch ein »normaler« Kommentator kann mal Begriffe wie Sonnenschutz oder Gartenmöbel verwenden (so wie ich jetzt hier ;)), ohne damit zu spammen. In dieser Liste stehen bereits einige Mailadressen und Namen drin :D


  13. Marcel am 3. Juli 2008 um 14.54 Uhr #

    Denn auch ein »normaler« Kommentator kann mal Begriffe wie Sonnenschutz oder Gartenmöbel verwenden (so wie ich jetzt hier ;))

    Man muss ja nicht gleich ganze Begriffe sperren, sondern einfach nur die Mail-Adressen; die sind nämlich immer dieselben. So wie du es schon gesagt hast ;-)


  14. Bloggi am 4. Juli 2008 um 12.42 Uhr #

    @ Markus und Marcel:
    Mal angenommen, man hat eine Möglichkeit gefunden ankommenden Spam zuverlässig zu filtern, so besteht doch immer noch das Problem, dass ein Blog von den besagten Spammern vor Monaten schon mit Kommentare mit dessen Links zugemüllt wurden sein kann. Wenn ich ein Blog betreiben würde, dann wäre es schon gut, wenn man auch mal mit den aktuellen Filterauswahl einen kompletten Check über die Kommentare laufen lassen würde und die entsprechenden Links automatisch entfernen zu lassen.

    Ist das möglich oder gibt es schon entsprechende Lösungen?

    Ich denke das wäre doch im Sinne aller Blogbetreiber, oder?


  15. Marcel am 4. Juli 2008 um 13.07 Uhr #

    Ist das möglich oder gibt es schon entsprechende Lösungen?

    Spontan könnte ich dir kein Plugin nennen…


  16. Markus am 4. Juli 2008 um 13.19 Uhr #

    @Bloggi: Klar, das ist möglich. Aber ich schaue mir die Websites der Kommentatoren vor dem Freischalten an und werfe auch immer einen Blick ins Impressum. Kein Spammer macht sich die Mühe, eine vernünftige Seite zu erstellen, um die in zwei, drei Monaten wieder zu löschen, weil z.B. ein Shop auf die Domain soll.

    Gerade heute hatte ich wieder einen Kommentar von meinem Spezi Marcel ******** aus ****** in den neuen Bundesländern. Kommentiert bei mir regelmäßig mit neutralen Namen (heute war es »Marc«), und setzt URLs auf seine gewerblichen Seiten. Heute war es was zum Thema Garten. Aber er verwendet schlauerweise immer die gleiche Mailadresse: bloggen@************.info. Die Domain dieser Mailadresse gehört auch dem Herrn ********.

    Bei der Website des heute angegebenen URL handelt es sich um ein heute eingerichtetes Blog mit exakt einem Artikel. Der Artikel beschreibt das Anlegen eines Gartenteiches, macht optisch sogar was her. Aber der Herr ist mir halt schon bekannt und steht auf der Blacklist.

    Edit: Namen entfernt


  17. Bloggi am 7. Juli 2008 um 09.58 Uhr #

    @Marcel:

    Aber sinnvoll wäre ein solches Plugin schon, denn oft hört man erst hinterher, dass es sich hierbei um Spam bzw. aktive Spammer handelt und man möchte diesen Kandidaten doch nicht noch die Möglichkeit geben, bestehende Links in den Blog aufrechtzuerhalten.


  18. Marcel am 7. Juli 2008 um 12.58 Uhr #

    @Bloggi: Hmm, ich weiß nicht… Vielleicht hängt das auch vom Blogger ab. Bei mir ist es so, dass ich sowas schnell erkenne und treffende Maßnahmen ergreife. Andererseits habe ich hier auch nicht mit so vielen Kommentaren zu kämpfen, als dass ich die Spam-Kommentare nicht in kurzer Zeit selber finden würde.

    Es wäre also eher ein Komfort-Plugin ;-) Trotzdem – keine schlechte Idee.


  19. Mr. Green :D am 30. Juli 2008 um 15.14 Uhr #

    Bei Kommentaren, so wie meinem jetzt, fliegt der Link raus! Da gezielt versucht wird, über den Nickname einen »guten« Backlink abzustauben.


  20. Robert Wetzlmayr am 30. Juli 2008 um 17.47 Uhr #

    Ich halte das so: Der Link zum Kommentar sollte einen neugierigen Leser zu einer Seite führen, die etwas über den Kommentator aussagt. Tut sie das nicht, kommt der Link weg – im Speziellen dann, wenn der Nachname ein Keyword ist. Ende Gelände.