Über Datenschutz, Googlemail und leichtsinnige Jungblogger
Alles fängt mit einer Liste von bloggenden Jugendlichen an. Yannick Eckl will sich ein Bild von der jugendlichen Blogger-Riege machen und ruft alle Blogger unter 18 Jahren auf, sich in seinem Blog zu melden. Ich melde mich und merke an, dass es jungen Bloggern oft schwer fällt, sich durchzusetzen – sie sind halt Kinder und haben nichts zu sagen. Jedenfalls werden sie vor der allgemeinen Akzeptanz bis auf die Knochen geprüft.
Ein paar Minuten später stellt Alexander Trust, 26, Chefredakteur von Sajonara den Artikel „Kurz angemerkt: Jugendlicher Leichtsinn?!“ ins Netz und weist darin Lücken in meiner Kritik an Nivio auf (siehe: „Web 3.0 oder Schwachsinn? Der Computer via Internet: Nivio“). Darin kritisiere ich die Auslagerung persönlicher Daten auf fremden Server „in puncto Datenschutz“ und spreche die zusätzlich aufkommenden Mietkosten an. Mein Fehler? Ich nutze auf meinem Blog im Impressum eine Googlemail E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit an.
Klingt etwas lächerlich? Keineswegs, denn Google darf laut den AGB die Mails mitlesen – also entkräfte ich mein eigenes Argument in dem ich Daten an Google liefere? Was Alexander nicht wissen kann: Ich nutze den Googlemail-Account ausschließlich für Webdienste wie Flickr und als Kontaktmöglichkeit in meinem Blog – private Mails kommen über eine andere Mail-Adresse rein. Mein Verdacht, dass die Worte von jugendlichen Bloggern zwei‑ bis dreimal auf die Goldwaage gelegt werden schien bestätigt.
Doch dann wendete sich das Blatt noch einmal, denn es kam heraus, dass wir beide eine unterschiedliche Auffassung von Datenschutz haben. Er schreibt:
„Die Anstrengungen, die von Leuten unternommen werden, die Daten zu schützen, die sind allesamt mehr oder weniger unwirksam. Zudem überzeugen mich die Argumente dieser Seite nicht. Wir leben in „einer“ Welt, wollen aber so tun, als gäbe es ganz viele. Intimität ist für mich etwas, das läuft auf der emotionalen Ebene ab. Deshalb könnte ein ganzes Lexikon über mein Leben niemandem „wirklich“ ein Bild von mir machen.“
Deswegen nimmt er meine Kritik ganz anders auf. Ihm ist es nicht zwar nicht gleichgültig, wo seine Daten landen, aber seiner Meinung nach wird der Datenschutz hoch bewertet und ist ein sensibles Thema, während „bei StudiVZ beispielsweise weiterhin alle ihrem Treiben frönen.“ Auf meinen Artikel bezogen: Ich kritisiere, dass Daten bei Nivio sind und lasse Google meine Mails lesen.
Wie steht ihr zum Thema Datenschutz? Jared ist im Moment im Account-Lösch-Fieber, aber bringt das was?
Gut zusammengefasst. ;) Und der vorletzte Absatz trifft den Nagel auf den Kopf. By the way, bei mir hat es wirklich nichts mit deinem Alter zu tun, dass ich die Worte auf die Goldwaage lege. Ich gebe quasi »jedem« dieselbe Chance. *G* Ich habe schon ein Interview mit Leuten geführt, die Don Alphonso an den Pranger stellte. Da hab ich vom Alphons eins auf den Deckel gekriegt, weil er ein wenig von seinem Lack abgekratzt sah. Opportunismus gibt’s überall, und besser ist noch, wenn die Leute es wenigstens zugeben. Manche tun ja noch so, als wären sie nicht doppelmoralisch.
Zu meinem Artikel: Er hatte im Titel »Jugendlicher Leichtsinn?!« quasi als, na ja… ironisches Element einbauen wollen. So etwas wie Galgenhumor?! Ein Fettnäpfchen um das man nicht mehr herum kam.
na ja zum einen find ich die diskussion bezüglich des alters von bloggern eigenartig und die sache mit dem datenschutz ist eh etwas, worüber man nicht wirklich diskutieren kann. jeder sieht es anders und fertig. ich hab meine gründe unwichtige und halbtote accounts zu löschen ;) alleine schon damit ich weniger sorgen hab wo denn alles daten rumliegen könnten die der dienst so garnicht gebraucht weil ich ihn nicht nutze!